Der hundsgemeine Alltag und die Glückseligkeit beim Laufen


    
Der Alltag an sich ist ja schon ein Hundsgemeiner Fiesling. Denn erstens bleibt nie genug Zeit für die schönen Dinge im Leben und zweitens und daraus schlussfolgernd verbringen wir zu viel Zeit mit Dingen, vor denen das Wort muss oder soll steht, wie arbeiten, einkaufen, putzen oder aufräumen. Demnach bleibt, zumindest bei mir, auch irgendwie zu wenig Zeit sich zu bewegen oder etwas für die eigene Kondition und Ausdauer zu machen.

Eine neue Sportart muss her - nur was?
Da mich dies nun schon seit längerem nervt und jeder Versuch am Wochenende regelmäßig zu klettern, zu wandern oder sonstigen Sport zu treiben, geschweige denn in einen Sportkurs zu gehen, scheiterte, startete ich nun ein neues Projekt. Das „ich mache regelmäßig Sport Projekt“, das mich in kürzester Zeit zu mehr Fitness und Wohlbefinden führen sollte.
Und da ich nun leider inzwischen in einer Gegend wohne, in der ich nicht abends mal rasch klettern gehen kann, musste eine neue Sportart her. Eine Sportart, die ich direkt bei mir vor der Haustüre ausüben kann, denn ich bin definitiv ein draußen Sportmensch. Eine Sportart, die zeitlich flexibel ist und dennoch zu Konditionsaufbau führt. Da bleibt nicht viel übrig. Genau. Laufen gehen. Geht immer und zu jeder Uhrzeit. Wer so wie ich auf dem Land lebt, hat die Trainingsstrecke direkt vor der Türe und eine große Ausrüstung benötige ich eigentlich auch nicht.
Wäre da nicht dieser große Haken, wäre alles perfekt. Ich hasse Laufen. Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als sinnlos und ohne Ziel durch die Lande zu rennen und dabei nach Luft zu jabsen. Aber nun gut, es hilft halt nichts und so bin ich also losgelaufen.

Von Quälerei zur Glückseligkeit
Und was soll ich sagen. Das erste Mal war grauenvoll. Nach Luft jabsend und mit roten Kopf quälte ich mich über Feldwege, verfluchte mich wegen meines Plans und schwor mir, dass diese eine einmalige Sache war. Sport wird absolut überschätzt und wer will schon fit sein?
Genau, doch nach ein paar Tagen kam der Ehrgeiz in mir hervor. Denn eigentlich, dass kann ich doch besser. Denn so unfit bin ich doch eigentlich gar nicht. Also ging es los zur zweiten Runde. Und siehe da? Es ging schon viel besser. Ich war nicht mehr so verkrampft, ich atmete ruhiger und mein Kopf war nicht mehr rot. Glücklich und stolz kam ich daheim an. Genau, das kann ich besser. Und so fing ich langsam an, immer öfter zu laufen und inzwischen genieße ich es in der Abendsonne ziellos durch die Lande zu rennen. Manchmal kann ich es immer noch nicht glauben, dass es mir wirklich Spaß macht. Aber nach einem langen Arbeitstag macht es Kopf frei, nach stundenlangem Sitzen im Büro, genieße ich die frische Luft und die Sonne und vor allem die Ruhe.
Und so ist der Alltag zwar immer noch hundsgemein, aber ich habe ein wenig dagegen angekämpft.


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