Der Blog, der irgendwie nur noch existiert

Vor ein paar Jahren habe ich hier mit meinem Blog angefangen. Vor Ideen, Enthusiasmus und Begeisterung wollte ich etwas "eigenes" im weiten Web anfangen. Eine Seite, die genau so ist, wie ich sie haben will. Eine Seite, auf der mir niemand sagen kann, was geht und vor allem was auf keinen Fall geht.

Nun ein paar Jahre später muss ich sagen, das ist mir auch eine Zeitlang sehr gut geglückt. Ich habe über viele Dinge geschrieben, die mir nicht nur Spaß gemacht haben, sondern die ich auch wichtig fand. Zwar nicht gerade große Weltpolitik, aber kleine Outdoorpolitik vielleicht. Ich habe Menschen und Projekte kennen gelernt, die ich bewundernswert fand, Ideen gesehen, bei denen ich über so viel Mut nur gestaunt habe. Ein großer Teil meiner Freizeit verschwand hier auf diesen Seiten.

Doch dann etwickelte sich das Leben, besser gesagt mein Leben weiter. Mein Sohn wurde älter, Bergtouren seltener und dann zog es mich zurück in die Heimat. Fern der Berge wohnt nun der Gipfelblick nicht mehr in den Tiroler Bergen, sondern im Münchner Umland. He, werden da die vielen Münchner rufen, wir sind doch nicht fern der Berge. Aber, als ehemaliger Bergbewohner muss ich dem widersprechen. Wenn ich die Berge nur noch bei Föhn sehen kann, sind sie für mich definitiv zu weit weg.

Vor allem, war ich in den letzten zwölf  Monaten zu selten in den Bergen, um hier noch über Bergtouren reden zu können. Meine Freizeit dreht sich nicht mehr um Gipfelziele, Felsen und Kletterrouten. Ganz zu schweigen davon, dass ich noch darüber schreibe. Und so ist es hier sehr ruhig geworden. Zu ruhig.

Und nun stehe ich vor der Entscheidung. Zu sagen, schön wars und der letzte macht das Licht aus. Oder vielmehr mir zu überlegen, den Schwerpunkt hier ein wenig anders zu setzen. Den Blog meinem neuen Leben anzupassen und wieder Spaß am schreiben zu haben. Denn wenn ich ehrlich bin, fehlte es mir schon in den letzten zwölf Monaten. Das Schreiben.

Und nun?

Kommentare:

  1. Hallo Almut,

    wenn dir das Schreiben Spass machst, dann verlager einfach halt deinen Schwerpunkt im Blog. Einige Leser wirst du verlieren und neue Leser auf jeden Fall hinzu gewinnen.

    LG Mario

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  2. Liebe Almut,

    wie gut kann ich es nachvollziehen! Zwar ist es bei mir momentan nicht so - im Gegenteil eigentlich. Die Berge nehmen bei mir einen massiven Platz ein, ich mache mich sogar nun bald in diese Richtung Selbstständig. Ich frage mich aber auch jetzt schon: Ob es immer so weiter gehen wird? Oder ob ich irgendwann dieses ganze Klettern irgendwann affig finde? Es gibt doch wohl wirklich sinnvollere Dinge in diesem Leben... Und dann? Ich fände es schön, wenn Du weiterschreibst, künftig eben mit einem anderen Thema, na und? Ich schau trotzdem noch gerne rein.

    Liebe Grüße,

    Erika
    ulligunde.com

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    1. Liebe Erika,

      vielen Dank für Deinen Zuspruch. Manchmal verändert sich das Leben einfach in eine Richtung die so nicht absehbar war. Aber das heißt ja nun nicht, dass ich am Wochenende auf dem Sofa sitze und nichts unternehme, der Fokus hat sich einfach nur verschoben. Natürlich vermisse ich auch manchmal das Klettern, die wirklich hohen Berge oder einfach das Ungebundene. Dafür gibt es aber nun andere schöne Aspekte in meinem Leben.

      Liebe Grüße,
      Almut

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  3. Lieber Mario,

    nachdem mein Blog ja immer ein kleiner war und auch so bleiben wird, freue ich mich ja grundsätzlich über jeden Leser. Klar werden einige nicht mehr kommen, die eben Themen aus den Alpen erwarten, aber die die bleiben, über die freue ich mich dann umso mehr.

    Viele Grüße,
    Almut

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