Klettersteige gibt es nicht nur in den Alpen - auch Weinberge sind zum kraxeln da

Als steilster Weinberg Europas bezeichnen die Winzer vor Ort ihren Weinberg und seit etlichen Jahren führt nun ein Klettersteig durch den Bremmer Calmont an der Mosel. Also war ja klar, dass ich diesen Klettersteig, in für mich doch ungewöhnlicher Umgebung bei meinem Moselbesuch mal testen muss.

Von Klettersteigen und Todesangst

Los geht es dann zunächst recht beschaulich am Bahnhof von Ediger-Eller. Ein kleiner Pfad windet sich durch die ersten Weinstöcke und führt recht schnell zu einer kleinen Aussichtshütte von der sich der Blick in den Bremmer Calmont erschließt. Auch der "Todesangst" Rundweg führt hier vorbei, auf den wir dann beim Abstieg treffen werden. Allein der Name ist schon eine Reise wert. Aber zunächst gilt es nun den Klettersteig zu meistern, die Todesangst heben wir uns für den Abstieg auf.

Leitern, Pfade und Klosterruine - ein netter Einstieg

Der Klettersteig beginnt mit ein paar Kraxeleien nach unten, ein paar Leitern nach oben und jede Menge kleiner steiniger Pfade die sich malerisch durch den Weinberg ziehen und um diese
Jahreszeit noch den Blick auf die Mosel unter uns frei geben. An dessen Ufer steht eine Klosterruine und im Gegensatz zu den schroffen Felsen der Alpen wirkt es hier wirklich lieblich und nett. Bald haben wir auch schon eine nette Höhe erreicht und dann beginnt das eigentlich anstrengende an diesem Weg.

Über Stock und Stein durch den Bremmer Calmont

Denn es sind keineswegs die Leitern oder Seilversichten Stellen, die diesen Klettersteig anspruchsvoll machen, sondern die vielen zum Teil recht steilen auf und abwärts Stücke im Weinberg. Kaum haben wir uns über Stock und Stein ein paar Höhenmeter nach oben gearbeitet, schon geht es mindestens genauso viele Meter wieder nach unten. Der Weg ist durchgehend sehr schmal, steinig und erfordert doch eine gewisse Konzentration. Obwohl es an diesem Tag nicht heiß ist, komme ich gut ins Schwitzen.

Nette Plätze laden zum Verschnaufen ein

Allerdings gibt es am Wegesrand mehr als genug nette Stellen zum rasten. Zum Teil mit Tisch, Bank und Wetterschutz, die auf kleinen Terrassen in den Weinberg gebaut wurden. Hier lässt sich der Ausblick über die Mosel genießen und nebenbei die Weinstöcke am Wegesrand besser inspizieren. Denn eines ist klar, am Abend muss ein Tropfen aus diesem Weinberg auf den Tisch. Bald lockt auch die Auskunft, dass am Gipfel ein Weinausschank ist und so klettern wir weiter bergauf, bergab durch den Calmont.

Bremmer Calmont - Klettersteige können auch an der Mosel sein

Nach guten zwei Stunden stehen wir dann nach einem finalen Anstieg am Gipfel und können den Paraglidern beim Starten zusehen und nochmal auf den gesamten Klettersteig zurück blicken. Schön wars, wenn auch ganz anders als ein Klettersteig in den Alpen. Zwar weniger ausgesetzt, aber überraschend anstrengend. Der Klettersteig ist durchweg einfach zu gehen aber erfordert durchaus Trittsicherheit und auch Kondition.

Auf dem Todesangst Rundweg zurück nach Ediger-Eller

Für den Rückweg wählen wir den Todesangst Rundweg, der uns in angenehm leichter Weise auf dem Grat des Weinberges wieder zurück nach Ediger-Eller bringt. Zwischendrin lässt sich noch der eine oder andere nette Ausblick auf die Mosel finden. Insgesamt haben wir für die Runde drei Stunden gebraucht, wobei wir auch eine lange Pause am Gipfel gemacht haben. Es geht bestimmt auch schneller.
Noch eine kleine Auflösung: der Todesangst Rundweg ist nach der Fahne benannt, die im Weinberg steht und bezieht sich nicht auf die Beschaffenheit des Weges, denn dieser ist alles andere als zum fürchten.

Kommentare:

  1. Ja den Steig kennen ich auch, bin ich vor ein paar Jahren auch mal gelaufen, ist wirklich sehr nett und der Wein- und Zwiebelkuchen Verkauf auf dem Gipfel war die eine schöne Belohnung :-)
    Danke für den schönen Bericht!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der kleine Verkauf am Gipfel ist wirklich nett und ist zwischendrin eine gute Motivation ;-)

      Löschen