Alpenvereinsbuch - Berg 2014

Die Alpenvereinsbücher habe ich schon als Kind gerne gelesen. Nun ja, wahrscheinlich mehr angeschaut, denn vor allem die Bilder haben mich fasziniert. Später lies dann das Interesse doch etwas nach, da ich sie häufig als etwas verstaubt und langweilig empfunden habe. Umso gespannter war ich nun, als mir angeboten wurde, das Alpenvereinsbuch
2014 zu rezensieren. Denn mit diesem Jahr erscheint das Jahrbuch völlig neu überarbeitet.

Berg 2014 - wohin entwicklen sich die Alpen und der Bergsport?

Angenehm überrascht von der Vielfalt der Themen im Buch - von der Wanderung durch das Ötztal und seinem Wandel in der Zeit bis hin zu einer Reportage über Südgeorgien -empfand ich die Lektüre des Buches alles andere als langweilig und verstaubt. Zahlreiche Interviews, zum Beispiel mit dem russischen Extrembergsteiger Aleksandr Rutschkin oder Artikel, die zum Nachdenken anregen, wie die Ausführungen von Georg Bayerle über die Inszenierung der Alpen, decken eine große Bandbreite an Themen ab, die sich mit Bergen, Bergsport und der alpinen Geschichte auseinander setzen. Vielfach kritisch hinterfragend, aber auch teils mit ironischem Unterton wird nicht nur die schöne Seite der Berge betont, sondern auch Entwicklungen aufgezeigt, die nicht immer unbedingt zum Image der heilen Bergwelt passen.

Ein bisschen Fernweh - auch ferne Ziele finden eine Erwähnung 

Natürlich dürfen aber auch Reportagen aus der ganzen Welt nicht fehlen, wie der etwas andere Familienurlaub aus dem Annapurna-Trek von Ralf Gantzhorn oder der Selbstversuch von Gaby Funk ein Jahr komplett auf das Auto zu verzichten. Mit dem  Artikel von Franziska Horn über den Alpinismus in den Medien wird der Frage nachgegangen, wohin alle Erfolge, Rekorde und Leistungen des Alpinismus führen sollen. Denn was ist irgendwann noch eine Nachricht wert?


Fazit: Es sind noch viele weitere spannende Artikel in dem Buch zu finden, die ich leider hier nicht alle aufzählen kann. Aber Berg 2014 war für mich eine spannende, interessante und zuweilen auch kurzweilige Lektüre. Es gab Artikel, die mich zum Nachdenken angeregt haben, Artikel, die mir eine neue Seite des Alpinismus gezeigt haben und Artikel, die ich einfach nur gerne gelesen habe. Insgesamt für Bergfreunde eine sehr lohnenswerte Lektüre, die ich voll und ganz empfehlen kann.
Natürlich mag die Auswahl der Themen streitbar sein, aber mir hat gerade die große Bandbreite der Themen sehr gut gefallen. Das Buch ist nicht nur für Funktionäre der Alpenvereine interessant, sondern jeder, der sich für Alpinismus interessiert, wird hier fündig.

Alpenvereinsbuch - Berg 2014 ist im Tyrolia Verlag Innsbruck erschienen und kostet 17. 80€. Das Buch ist eine Gemeinschaftsproduktion des Deutschen Alpenvereins, des Österreichischen Alpenvereins und des Südtiroler Alpenvereins.


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