Kaunertal - mit einem Fuß in Südtirol oder vom Wiesjagglskopf die Fernsicht genießen

Jetzt wohne ich schon so lange in Tirol und war noch nie dort. Weder im Winter zum Skifahren, noch im Sommer zum wandern, klettern oder einfach genießen. Das Kaunertal erschien mir bis jetzt immer so weit weg und schöne Orte gibt es ja viele in Tirol. Warum also so weit fahren und Maut zahlen? Ganz einfach, weil es sich wirklich lohnt. Das Kaunertal ist jede Reise wert und ich war bestimmt nicht zum letzten Mal dort.

In 29 Kehren zum Fuße des Gletschers

Zugegeben die Anreise ist schon etwas länger, aber so bald die Mautstelle am Eingang des Kauerntals passiert ist (Mautgebühr 22 Euro im Sommer 2013) wird der Weg eigentlich schon zum Ziel. Denn nun geht es in 29 Kehren von 1500 Höhenmeter hoch hinaus auf 2700 Meter direkt an den Fuß des Gletschers.

Je höher es geht, desto schöner wird die Landschaft und desto häufiger müssen Parkbuchten für kurze Fotostops herhalten. Denn nicht nur der Gletscher rückt immer näher, auch die Berge werden immer höher und die Aussicht ist teilweise so schön, dass weiterfahren schwer fällt.


Wiesjagglskopf im Kaunertal

Nach dieser schönen Anfahrt ist die Ernüchterung am Parkplatz erstmal etwas größer, denn typisch Gletscherskigebiet, sieht es hier im Sommer etwas traurig aus. Der Gletscher wird mit Planen vor dem Abtauen geschützt und das winterliche Skivergnügen hat auch seine Spuren hinterlassen. Also schnell Rucksack nehmen und los gehen, denn nun geht es zum Wiesjagglskopf (3127m). Der durch die geringe Höhendifferenz auch schnell erreicht ist.


Etwas heikler Gipfelaufbau - Erfahrung notwendig

Vom Parkplatz der Skipiste und dem Liftverlauf auf die erste Geländestufen folgen. Dort zweigt rechts ein Weg ab, der auch noch im Hochsommer durch einzelne Schneefelder nicht ganz frei sein kann. Diesem Weg über eine Art Absatz hinweg folgen und bald ist der Sattel unterhalb des Gipfels erreicht. Die letzten Meter zum Gipfel sind weglos und Geröll und brüchigen Stein. Auch wenn der Weg bis hier her sehr einfach und unkompliziert war, sind für die letzten Meter doch etwas Erfahrung notwendig.



Karlesjoch und Karlesspitze - mit einem Bein in Südtirol

Am Karlesjoch verläuft die Grenze
Wer mit dieser Tour gerade erst warm geworden ist, kann nun über den teilversicherten Klettersteig zur hinteren Karlesspitze (3160 m) und zur Vorderen Karlesspitze (3230 m) auf das Karlesjoch (3108 m) klettern. Aber der Klettersteig ist schwer und nur teilweise versichert. An den nicht gesicherten Stellen ist klettern notwendig.
Etwas weniger ausgesetzt lässt sich das Karlesjoch über den normalen Weg erreichen. Dafür bis zur Geländestufe der Skitrasse absteigen und dem Lift folgen zur Aussichtsplattform aufsteigen. Wer nun die vielen Sandalentouristen ignoriert, kann nun mit einem Bein in Südtirol stehend die Aussicht ins Vinschgau und die Südtiroler Berge genießen.

Fazit: Früh losfahren lohnt sich hier auf jeden Fall, denn gerade auf der Gletscherstraße und am Karlesjoch wird es schnell voll. Mehr Ruhe gibt es auf dem Wiesjagglskopf, da er nicht mit der Gondel zu erreichen ist. Aber auch entlang der Gletschertraße gibt es viele tolle Wandermöglichkeiten, die ich aber noch nicht getestet habe. Aber hoffentlich bald.

Wegweiser entlang der Gletscherstraße

Kommentare:

  1. Wirklich traumhafte Impressionen. Da bekommt man direkt Lust die Wanderschuhe zu schnürren und loszugehen. Hoffentlich ist es bald wieder soweit.

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  2. Danke für diesen superschönen Blog da will man wirklich gleich auf den Berg

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