75 Jahre Heckmair Route in der Eigernordwand und vier Profikletterer


Die Eigernordwand von Grindelwald aus gesehen
Der Erstdurchstieg der Eigernordwand ist Ende Juli 2013 75 Jahre her. Doch auch nach so langer Zeit hat die Wand, die über Grindelwald thront, nichts an ihrer Attraktion verloren. Auch heute noch gehört  für Profikletterer ein erfolgreicher Durchsteig der Heckmair Route gewissermaßen
zum Pflichtprogramm.


Vier Profikletterer am Fuße der Eigernordwand

Das eigentliche Jubiläum der Heckmair Route wird Ende Juli im kleinen Rahmen in Grindelwald gefeiert, doch ein paar Wochen vorher kommen Stephan Siegrist, Roger Schäli, Ueli Steck und Dani Arnold am Fuße eben jener berühmten Nordwand zusammen, um über Rekorde, Erstdurchstiege und den Wettkampf untereinander zu reden. Zusammen mit einigen anderen eingeladenen Gästen darf ich bei diesem interessanten Gespräch dabei sein.

Schnell wird klar, auch für die drei Profikletterer ist die Eigernordwand nicht irgendeine Wand und mit der Heckmair Route verbindet jeder seine eigenen Erinnerungen. Von einem Durchstieg mit historischer Bergausrüstung ist die Rede oder von diversen biwakierten Nächten in der Wand. Aber natürlich kommen auch immer wieder die Speedbesteigungen von Dani Arnold und Ueli Steck zur Sprache.

Rekorde in der Eigernordwand

Ueli Steck, Stephan Siegrist, Stefan Regez (Moderation), Roger Schäli und Dani Arnold
In 2 Stunden und 28 Minuten ist Dani Arnold durch die Wand gestiegen und hat damit den Rekord von Ueli Steck um 20 Minuten unterboten. Er habe sich für Dani gefreut, erklärt Ueli Steck, als er von dessen Erfolg per SMS erfährt und habe keinen Ärger über den verlorenen Rekord verspürt. Denn schließlich würde immer irgendwann ein Jüngerer kommen, der noch schneller ist.  Außerdem, da sind sich die vier Kletterer einig, sei die Konkurrenz in ihrem Sport noch lange nicht so ausgeprägt, wie in manch anderen Sportarten. Sie könnten sich über Erfolge der Anderen immer noch freuen. Eine Aussage, die so überzeugend rüber gebracht wird, das wir Zuschauer sie sofort glauben.

Japan Direttissima – ein großer Erfolg für Roger Schäli 

Blick auf den Eiger vom Fuß der Nordwand
Doch nicht nur Erfolge können die drei mit der Eigernordwand verbinden. Für  Roger Schäli hat die Wand eine besondere Bedeutung. Denn die erste freie Begehung der Japan Direttissima  2009 zusammen mit Robert Jasper bezeichnet er als seinen spektakulärsten Erfolg. Sieben Jahre haben sich die beiden mit der Route beschäftigt, bis im September 2009 einfach alles passte und ihnen der Druchstieg gelungen ist.

Historische Besteigung der Eigernordwand

Neben diesen persönlichen Erinnerungen an die Eigernordwand, sind sich aber alle vier Sportler einig, dass die Leistung der Erstdurchsteiger Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Fritz Kasparek und Heinrich Harrer auch heute noch eine sehr Große ist. Dies konnte vor allem Stephan Siegrist bestätigen, der 2002 zusammen mit Michail Pitelka mit der Ausrüstung eben jener Erstbesteiger durch die Heckmair Route steig. Nagelschuhe, Hanfseile und Holzpickel gehörten dazu, ebenso wie dicke Stoffhosen und Wollhandschuhe. Ein Unternehmen, dass die Leistung von 1938 noch mal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt, was wir Zuhörer sofort glauben.

Insgesamt war es ein sehr interessantes Gespräch, indem die vier Profikletterer uns Einblick gegeben haben, was sie antreibt und motiviert, immer wieder extreme Routen zu klettern oder eben auch in 2 Stunden 28 Minuten die Eigernordwand durchzusteigen.





0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen