Ausrüstungscheck - wie lange halten Karabiner, Seil und Co?


Bildquelle: Pixabay / Hans
Seil, Karabiner oder Klettergurt halten nicht ewig, auch wenn es keinen großen Sturz oder extreme Belastung gab. Das Material wird spröde und Karabiner schließen irgendwann auch nicht mehr so richtig gut. Doch wie lange hält Ausrüstung zum Klettern, für Hochtouren oder den Klettersteig wirklich? Wann ist es höchste Zeit sich nach einer Neuanschaffung umzusehen?

Eigenverantwortung beim Ausrüstungscheck

Bildquelle: Pixabay / Hans
Als erstes spielt natürlich das eigene Sicherheitsbedürfnis eine Rolle beim Austauschintervall der Ausrüstung. Allzu häufiger Neukauf ist sicherlich übertrieben aber mit antiquierter Ausrüstung loszuziehen sollte genauso tabu sein. Eigenverantwortung ist wie so oft im Bergsport das Stichwort. Regelmäßige Kontrollen, vor allem jetzt im Frühjahr, wenn vieles wieder aus dem Keller geholt wird, sind besonders wichtig.
Klar ist auch, dass Seile und Gurte nicht nach 10 Jahren ohne Sturz von heute auf morgen reißen werden. Aber natürlich wird das Material mit jedem Tag auch nicht besser. Gurte, Seile, Bandschlingen oder Reepschnüre altern, werden spröde, verlieren an Festigkeit und sind nicht mehr so flexibel wie beim Kauf. Dies gilt ebenso für Kunststoff, wie zum Beispiel der Kletterhelm, der dann auch nicht mehr so stabil sein kann, wie er einmal war.

Empfehlungen der DAV Sicherheitsforschung

Die Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins rät deswegen zu folgendem Vorgehen. Alle textilen Materialen, wie Seile, Gurte oder Reepschnüre bei Verschleißspuren austauschen und nicht mehr verwenden. Im Zweifel lieber früher als später neues Material verwenden. Bei Seilen hilft der „Knicktest“ ganz gut, um zu sehen, ob eine Neuanschaffung ansteht. Lässt es sich ohne großen Widerstand zusammen drücken, ist es Zeit sich nach einem Neuen umzusehen.

Karabiner sollten keine Beschädigungen haben

Bei Karabinern, Sicherungsgeräten und Klemmkeilen rät die Sicherheitsforschung des DAV dazu, die Ausrüstung sehr gründlich zu untersuchen. Will heißen, Karabiner sollten keine erkennbaren Schäden oder Abnutzungserscheinungen haben. Ebenso sollte der Verschlussmechanismus einwandfrei funktionieren und mit entsprechender Federhärte schließen.
Bildquelle: Pixabay/Hans
Dass Haarrisse durch Herunterfallen von Karabinern entstehen, kann der DAV nicht bestätigen. Allerdings sollte der Karabiner äußerlich keine Beschädigung aufweisen. Dasselbe gilt für Klemmkeile und Sicherungsgeräte, die natürlich auch noch richtig blockieren sollten.
Bei Helmen rät die Sicherheitsforschung zu einem Ersatz alle zehn Jahre, auch wenn der Helm keine Beschädigungen aufweist. Ganz einfach das Plastik wird spröde und kann bei einem Aufprall eher reißen.

Vorteil von neuer Ausrüstung - das Sicherheitsplus

Natürlich ist je nachdem eine Neuanschaffung nicht immer ganz preiswert. Aber es gilt auch zu bedenken, dass die Entwicklung alpiner Sportausrüstung nicht still steht und neue Ausrüstung sehr häufig auch ein Sicherheitsplus bedeutet. Oder einfacher zu bedienen ist, wie zum Beispiel bei Karabinern oder Klettersteigsets.

1 Kommentar:

  1. Also ich muss sagen, lieber gebe ich ein paar Euro mehr au und kann mich aber auch auf meine Ausrüstung verlassen. Schließlich hängt mein Leben an der Verlässlichkeit meiner Karabiner und meiner kompletten Ausrüstung!

    LG Susi

    AntwortenLöschen