Piz Bial von Ortovox im Test - eine nachhaltige Winterjacke


Nachhaltig und lokal produziert, funktional im Design und zudem noch richtig schick? Hört sich an, wie die perfekte Beschreibung für Outdoor Bekleidung. Und das schöne ist, ich habe sie gefunden und durfte sie testen. So viel kann ich schon mal verraten: sie hält, was sie verspricht. Neugierig? Umso besser, denn die Piz Bial Winterjacke von Ortovox ist es wert.

Eine positive Überraschung – die Piz Bial von Ortovox

Beim Namen Ortovox habe ich bis jetzt eigentlich eher an Lawinenrucksäcke oder Piepser gedacht. Dass das schweizer Unternehmen auch Jacken oder Westen herstellt, hatte ich bis jetzt nicht realisiert. Umso positiver überrascht war ich, als ich die Piz Bial testen konnte. Denn das Design hebt sich dann doch deutlich von so manch anderem Hersteller ab. Außerdem sind Wendejacken an sich schon eine tolle Sache.

Der erste Eindruck der Piz Bial

kleinstes Packmaß 
Abgesehen vom Design und der Farbwahl – die Jacke gibt es neben der von mir getesteten Farbe auch noch in rot/gelb, blau/schwarz und schwarz – machte die Piz Bial einen sehr guten ersten Eindruck. Das Material ist etwas rauer, als ich dachte und unterscheidet sich in der Haptik dadurch von den Daunenjacken. Die Jacke fühlt sich erstaunlich dünn an, aber das ist wohl auch der Sinn, denn Ortovox wirbt mit dem geringen Packmaß der Piz Bial. Die Bündchen sind zwar weder an den Armen noch am unteren Ende in der Weite verstellbar, doch liegen sie angenehm eng an und lassen keine kalte Luft rein.
Das einzige, das mir so auf Anhieb fehlt, ist eine Kapuze. Gerade wenn es regnet oder schneit, finde ich Kapuzen immer sehr praktisch.

Swisswool inside – Ortovox achtet auf Nachhaltigkeit

Die Piz Bial ist mit Swisswool gefüttert
Doch was ich wirklich richtig gut an der Piz Bial finde, ist die Produktionsweise von Ortovox. Denn im Gegensatz zu den allgegenwärtigen Daunenjacken, ist die Piz Bial mit Schurwolle gefüllt, die aus der Schweiz (Swisswool) stammt. Swisswool ist eine Initiative, die sich um das Sammeln und Weiterverarbeiten der Schurwolle Schweizer Schafe kümmert. Im Frühling werden an vielen Stellen in der Schweiz, teilweise auch in abgelegenen Tälern, Sammelstellen eingerichtet, an denen Bauern ihre Rohwolle für einen fairen Preis abgeben können. Dadurch wird die Schafzucht in den Schweizer Bergen unterstützt und gefördert.
Ortovox verarbeitet die Swisswool unter anderem im Piz Bial Light Jacket weiter. Aber auch die anderen Bestandteile der Jacke stammen aus Europa und werden auch dort zur Piz Bial weiterverarbeitet. Dadurch sorgt Ortovox für eine nachhaltige Produktion mit möglichst kurzen Transportwegen und geringster Umweltbelastung.
So insgesamt konnte mich also der erste Eindruck der Piz Bial durchaus überzeugen. Auch das Swisswool Projekt, von dem ich vorher nichts gehört hatte, finde ich eine sehr gute Idee.

Piz Bial von Ortovox – warm, klein und wendbar

Eine Jacke zwei Farben - die Piz Bial ist wendbar
Nun aber mußte diese Wunderjacke natürlich ausführlich getestet werden und was bietet sich dafür besser an, als ein Weihnachtsurlaub mit jede Menge Schnee. Meine Sorge, dass die Jacke vielleicht nicht richtig warm hält, da sie ja doch relativ dünn ist, stellte sich als unbegründet heraus. Mit T-Shirt, dünnem Pullover und der Jacke war ich bei leichtem Frost bestens ausgestattet.
Ob rodeln, Skitouren oder Schneeschuhwandern, die Piz Bial ist für alle bewegungsintensiven Bergsportarten ideal. Sie ist elastisch, engt nicht ein und wenn es doch zu warm werden soll, ist sie ruck zuck im Rucksack verstaut. Das Packmaß ist wirklich sehr klein.
Die Piz Bial von Ortovox hält schon warm, der Kragen oben schließt gut ab und das Material hält Wind und leichten Regen oder Schnee sehr gut ab. Das Trageklima ist, so mein Eindruck, schon etwas anders, als in einer Daunenjacke. Ich hatte das Gefühl, dass die Füllung durchaus mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann und ich nicht so leicht schwitze, wie in einer Daunenjacke. Einziger Wehrmutstropfen bleibt in meinen Augen die fehlende Kapuze, die ich aber bei allen anderen Eigenschaften durchaus verschmerzen kann.
Was aber wirklich äußerst praktisch an der Piz Bial ist –  ist die Wendefunktion. Denn oben am Gipfel angekommen, drehe ich meine Jacke einfach um und alle Feuchtigkeit, die sich im inneren der Jacke sammeln konnte, entweicht und ich habe eine trockene Jacke. Die neidischen Blicke der anderen Bergsportler am Gipfel sind einem gewiss.

Fazit: Gerade im Bereich der wirklich nachhaltig produzierten Outdoor Bekleidung sind Winterjacken immer noch schwer zu finden. Ortovox geht mit der Swisswool Füllung einen völlig anderen Weg, als viele Hersteller, die ihre Winterjacken meist nur mit Daunen bestücken. Die Förderung der Schweizer Schafzucht und die regionale Weiterverarbeitung finde ich persönlich einen sehr guten Beitrag zur Nachhaltigkeit. Dass Schurwolle genauso isolierend sein kann, wie Daune, hat mir der Test gezeigt.
Insgesamt bin ich also sehr überzeugt von der Piz Bial und möchte sie auf meiner nächsten Wintertour nicht missen. 

Kommentare:

  1. Hallo,
    ich finde Euren Betrag sehr interessant und habe bisher auch sehr gute Erfahrungen mit Ortovxprodukten gemacht, da einen Rucksack, Wollpulli, Mütze und Fäustling zu meinem Inventar zählen bzw. zählten.


    Die Schnitte der neueren Damenprodukte sind sehr körpernah. Leider, leider passen Frauen mit etwas mehr Hüftgold die XL Varianten nicht, da die Schnitte der Modelle zu schmal und gleichzeitig die Ärmel zu lang sind.
    Sonst wäre das eine oder andere Teil schon längst in meinem Kleinderschrank.

    Gruß Antje

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  2. Ich habe noch eine kleine Korrektur für Euch:

    Ortovox ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in München Taufkirchen und wurde 2011 an die Schwan-Stabilo verkauft, zu welcher auch deuter gehört.

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  3. Hallo Antje,

    vielen Dank für Deinen Hinweis. Das wußte ich bis jetzt tatsächlich nicht.
    Gruß, Almut

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