Schneeschuhtest Teil 5: der Inook Freestep Light

Der Freestep Light von Inook im Test
Im vierten Teil des Schneeschuhtests ist ein Modell der eher unbekannten Firma Inook an der Reihe. Das Unternehmen gründete 1994 der französische Schneeschuhpapst Jean Claude Bibollet. Seitdem ist Inook stetig gewachsen und gehört vor allem in Frankreich zu den meist verkauften Schneeschuhen. Bei uns ist Inook bis jetzt noch relativ unbekannt, beherrschen doch Namen wie Tubbs, TSL oder MSR den Schneeschuhmarkt. Doch die Modelle des französischen Herstellers haben ihre ganz eigene Bauart und verdienen einen genaueren Test. 

Inook Freestep Light mit vier Harscheisen für perfekten Halt

Die Harscheisen geben sehr guten Halt bei Querungen
Der Freestep Light ist das Alpin Modell von Inook und ist damit für Schneeschuhtouren im Hochgebirge konzipiert. Das Besondere an diesem Modell sind die vier Harscheisen, die in vier verschiedenen Richtungen angeordnet sind und auf diese Weise auch im schwierigen Gelände einen guten Halt geben. Seitliches Abrutschen, etwa bei Querungen oder ein Zurück-Rutschen bei besonders steilen Abschnitten ist mit dieser Anordnung der Zacken nicht möglich. 

Leichter Schneeschuh von Inook

Der Rahmen ist an der Fußspitze etwas breiter, als am übrigen Fuß. Dies schafft auf der einen Seite die nötige Stabilität im Tiefschnee. Auf der anderen Seite spart es aber auch Gewicht ein und so ist der Inook Freestep Light ein wirklich leichter Schneeschuh. Auch im Vergleich zu anderen Moderns ist der Freestep spürbar leichter an den Füßen.

Doppelgelenksystem beim Freestep Light von Inook

Die Steighilfe (hinten) sorgt für Entlastung im Aufstieg
Die Bindung des Freestep Light von Inook lässt sich schnell und unkompliziert auf die Schuhgrößen 35 bis 43 einstellen. Durch das Doppelgelenk System ist ein relativ natürlicher Gang möglich, denn das Abrollen wird vereinfacht. Die Bindung lässt sich mit einer Ratsche einfach an die Breite des Schuhs anpassen und umgibt den Fuß fest. Das sorgt für die notwendige Stabilität während der Schneeschuhwanderung. Eine Steighilfe sorgt für Entlastung an Steilstücken.

Der Freestep Light von Inook im Praxistest

Soweit zu den technischen Daten des Freestep Light. Doch wie schlägt sich der Schneeschuh im Praxistest? Zuerst fällt mir das geringe Gewicht auf. Im Gegensatz zu anderen Schneeschuhmodellen, ist der Freestep Light am Fuß wirklich fast gar nicht zu spüren. Doch das Material macht auf mich auch einen wenig robusten Eindruck, denn es erscheint mir sehr dünn. Meine Sorge den Freestep Light gleich bei der ersten Tour zu beschädigen, stellt sich schnell als unbegründet heraus. Denn der Schneeschuh ist robust und selbst im Kontakt mit Fels oder Eis nicht zu zerstören.
Die Bindung ist in der Tat mit wenigen Handgriffen auf die richtige Schuhgröße einstellbar und ebenso schnell am Fuß fixiert. Das Ratschensystem erinnert an Snowboard-Bindungen und ist auch gut mit Handschuhen zu bedienen. 
Der Freestep Light von Inook bietet guten Auftrieb im Tiefschnee
Auf der Tour bietet der Freestep Light von Inook wirklich einen sehr guten Halt. Sowohl im Anstieg als auch bei Querungen habe ich niemals das Gefühl wegzurutschen oder keine Kontrolle über den Schneeschuh zu haben. Die Steighilfe lässt sich leicht mit Hilfe der Stöcke hochklappen und ebenso einfach wieder einklappen. Bei steilen Abschnitten verschafft sie wirklich Erleichterung und schont die Muskulatur der Waden. 
Auch im Tiefschnee bietet der Freestep Light den nötigen Auftrieb und ist durch seine Rahmenkonstruktion einigen anderen Moderns gegenüber klar im Vorteil. Denn durch den gewölbten Rahmen wird der Schnee unter dem Schuh komprimiert und das Einsinken deutlich verringert.

Mein Fazit zum Freestep Light von Inook:
Ein sehr guter Schneeschuh, der sich auch für alpine Touren eignet. Auch wenn das Material auf den ersten Blick etwas an seiner Stabilität zweifeln lässt, ist es im Test robust und hält durchaus einiges aus. Das geringe Gewicht wurde also nicht auf Kosten eines zu dünnen Materials erreicht. 
Die Steighilfe lässt sich mit dem Stock aufklappen - sehr praktisch
Die Zacken des Freestep Light konnten mich überzeugen. Der Halt selbst im steilen Gelände ist immer sehr gut. Ich bin niemals weggerutscht oder hatte das Gefühl nicht sicher zu stehen. Die Steighilfe ist schnell mit den Stöcken zu bedienen. Bei anderen Schneeschuhen habe ich oft erlebt, dass ich mich bücken musste, um die Steighilfe aufzustellen. Mit schweren Rucksack im steilen Gelände nicht immer ganz einfach. Da fällt das System von Inook positiv auf.
Der einzige Kritikpunkt, den ich bei meinem Test finden konnte, war die spitze Form der Schneeschuhe. Mit dieser kleinen Spitze bin ich doch ab und zu gerne an Steinen oder Schneelöchern hängen geblieben. Doch denke ich, dass sich dies bei weiteren Touren mit dem Inook Schneeschuh bessert, da ich mich an die Form des Freestep Light gewöhnen werde.
Insgesamt fällt mein Testurteil sehr gut aus und ich hatte eine sehr gelungene Schneeschuhwanderung mit dem Freestep Light von Inook. 



Schneeschuhtest:

Kommentare:

  1. Damenmodell oder nicht Damenmodell....? das ist hier meine Frage....
    Ich komme mit meiner Körpergröße von 1,77 m schon ziemlich an die Obergrenze der empfohlenen Größe... mit 60 kg Körpergewicht passe ich allerdings noch recht gut ins Damenmodell....hätte aber wahrscheinlich mit dem Herrenmodell kein Problem.... was ist besser???

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    1. Also ich würde mehr nach Körpergewicht, denn nach Körpergröße gehen. Die Männermodelle sind immer etwas breiter und länger als die Frauenversion, um eben bei mehr Gewicht besseren Auftrieb zu geben. Mit 60 Kg Körpergewicht würde ich aber immer noch zu einem Frauenschneeschuh greifen.

      lg
      Almut

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