Gefahrenmuster für Lawinen erkennen

Geländeform, Schneemenge, Wind, Wetter und Temperaturen haben Einfluss auf die Lawinenbildung. Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren entstehen typische Gefahrenmuster, die auf einen Lawinenabgang hindeuten. Wer diese Muster kennt, kann die Lawinensituation vor Ort besser und genauer einschätzen und seine Wintertour danach ausrichten.

Schneebrettlawinen: besonders für Skifahrer gefährlich

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Auf den ersten Schnee im Winter folgt ein starker zweiter Schneefall. Auf glatten, steilen Hängen verbinden sich die beiden Schneeauflagen nicht richtig und so kommt leicht zu Schneebrettlawinen. Dies passiert meist in einer Höhe ab 2000 Meter. Diese Art der Lawine ist für rund 95 Prozent der tödlichen Lawinenunfälle verantwortlich.

Gleitschneelawine: unberechenbar und schlecht einzuschätzbar

Besonders an steilen und glatten Hängen rutscht der Schnee leicht in Richtung Tal. Dabei entstehen tiefe Risse in der Schneedecke. An solchen Stellen können Gleitschneelawinen abgehen. Jedoch ist es schwer zu sagen, welche äußeren Einflussfaktoren zum Abgang führen, da sie sowohl tagsüber als auch nachts, bei tiefen Temperaturen oder auch ohne zusätzliche Belastung abgehen können. Deswegen sind Gleitschneelawinen sehr gefährlich.

Kälte Periode und Triebschnee: Lawinenabgang bei geringer Zusatzbelastung

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Eine häufig vorkommende Situation im Laufe eines Winters. Es ist lange Kalt und dann kommt Neuschnee. Der Wind verbläst den Schnee und es entstehen Treibschneefelder, der auf einer Altschneedecke liegt. Innerhalb kürzester Zeit kann nun die Lawinengefahr erheblich ansteigen, denn die beiden Schneedecken sind sehr schlecht miteinander verbunden. Schon bei einer geringen Zusatzbelastung gehen  nun Lawinen ab.

Frühjahr: große Lawinenabgänge

Das Frühjar ist die klassische Lawinensaison. Selten gehen so viele Lawinen ab, wie in dieser Zeit. Zudem kann sich die Lawinensituation innerhalb eines Tages erheblich ändern. Sicher und gefährlich liegen nun ganz eng zusammen. Denn der Schneedeckenaufbau, die Lufttemperatur, Luftfeuchte und der Wind wirken sich nun besonders stark auf die Lawinenbildung aus. Nach einer kühlen Nacht kann ein relativ warmer Tag folgen. So ist der Schnee in der Früh noch fest, wird aber im Laufe des Tages immer weicher und die Lawinengefahr steigt stetig an. Deswegen sollten Wintersportler im Frühjahr besonders aufmerksam sein und Touren eventuell abbrechen.

Weitere Gefahrenmuster für Lawinenabgänge werden auch im Buch "Lawine" erklärt.

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