Noch einmal etwas Sommer tanken – der Herbst in den Dolomiten

Bildquelle (2): Thilo Brunner
Der Herbst ist ja eigentlich meine Lieblingszeit in den Bergen. Denn es ist nicht mehr so heiß, wie im Sommer und gleichzeitig ist es aber deutlich leerer. Die meisten Bahnen fahren noch und die Hütten haben oft bis Ende September oder Mitte Oktober geöffnet. Besonders schön finde ich es um diese Zeit in den Dolomiten. Denn in Südtirol gibt es einfach wunderschöne Spätsommer. Als Ausgangspunkt bietet sich da das Fassatal an, das sozusagen mitten drin liegt. Denn in Südtirol gibt es einfach wunderschöne Spätsommer. 

Das Fassatal als idealer Ausgangspunkt für einen Dolomiten Urlaub

Denn egal ob Sella, Rosengarten oder Marmolada, alle Ziele sind schnell zu erreichen. Auch wenn ich es bis jetzt noch nicht auf den höchsten Dolomiten Gipfel, die Marmolada geschafft habe, habe ich doch schon oft sehnsüchtig von der Ferne aus diesen wunderschönen Berg bewundert. Eine Tour über den Gletscher und den Klettersteig muss schon sehr schön sein. Dieser Gipfel steht definitiv noch auf meiner Wunschliste.
Die Klettersteige im Rosengarten, vor allem den Masaré-Klettersteig, dagegen kann ich nur sehr empfehlen. Denn das Panorama auf diesem Klettersteig ist einfach unvergleichbar. Die Schwierigkeit liegt mit C im Mittelfeld. Aber wer eine Herausforderung im Fels sucht, kommt auch nicht hier her. Beim Masaré-Klettersteig zählt die Aussicht auf die umliegenden Dolomiten Gipfel.


Vom Fassatal auf das Sella Joch oder den Pass Pardoi

Aber auch die Sella oder Lang- und Plattkofel sind vom Fassatal aus leicht zu erreichen. Hier gibt es noch einige sehr interessante Klettersteige, wie zum Beispiel den Piscidú-Klettersteig, aber auch zahlreiche wirklich schöne Wanderungen. Bergbahnen fahren sowohl auf die Sella rauf, als auch auf den Langkofel, bzw. die Langkofelscharte. Etwas anspruchsvoller aber auch sehr schön ist eine Wanderung von der Bergstation der Langkofelbahn zur Seiser Alm hinab.

Ein Sonnenuntergang zum Abschluss

Besonders schön finde ich auch nach wie vor, die Sonnenuntergänge in den Dolomiten. Mit etwas Glück färbt sich abends die umliegende Bergwelt in rot und rosa. Das Schauspiel dauert jeden Abend nur ein paar Minuten, ist aber immer einer der Höhepunkte des Tages. In den Alpen habe ich diese Farbgebung nur sehr selten gesehen.

Fazit: die Dolomiten sind für mich immer eine Reise wert. Das Fassatal habe ich in der Regel immer als etwas leerer empfunden, als die die umliegenden Täler. Was bei der spontanen Unterkunftssuche natürlich von Vorteil ist. Besonders im Herbst finde ich es dort einfach sehr schön, denn wenn es bei uns schon richtig herbstlich ist, erwarten einen dort oft noch ein paar richtig schöne Sommertage. 

Piller Hochmoor im Naturpark Kaunergrat - Artenvielfalt und Familienspaß

Irgendwie scheint es fast so, als würden sich meine Freizeitaktivitäten immer mehr in eine Richtung verschieben: Kindergeeignet. Suche ich nach einer Unternehmung für das Wochenende, nach Zielen und Ausflügen, so ist die erste Frage immer: würde es einem Kind Spaß machen? Aber so ist es wahrscheinlich normal, dass ich auf einem 3000er noch nie ein Kleinkind gesehen habe, dafür ganze Großfamilien auf Abenteuerpfaden und im Märchenwald.



Piller Hochmoor - als Familienausflug

Da mir diese Art der Freizeitbeschäftigung - also Feen, Zwergen und anderen  Fabelwesen durch den Wald folgen - nicht sonderlich viel Spaß macht, suche ich immer den Kompromiss, zwischen einsamer Natur und Kinderspaß. Dabei bin ich nun auf das Piller Hochmoor gekommen. Denn auf der einen Seite ist es wirklich ein sehr nettes Stückchen Erde, mit einer wunderbaren Vielfalt an Pflanzen und Biotopen. Auf der anderen Seite gibt es auch einige nette Dinge für Kinder, wie den Hochmmorturm und viele kleine Wege und Stege. Also nichts wie hin.

Naturpark Kaunergrat - schöne Aussicht inklusive

Das Piller Hochmoor befindet sich im Naturpark Kaunergrat und damit zwischen den Venetkamm und dem Kaunertal. Auch wenn der Weg durch das Hochmoor fast keine Steigungen hat, ist die Aussicht von hier sehr schön. Denn der Ausgangspunkt das Naturhaus Kaunergrat liegt bereits auf dem höchsten Punkt des Kaunergrats und damit ist schon am Parkplatz ein schönes Panorama zu bewundern.

Auf kleinen Wegen durch das Hochmoor

Der Weg durch das Hochmoor ist für Kleinkinder sehr gut geeignet, denn wie gesagt, es ist die ganze Zeit fast nur eben. Es geht teilweise über kleine Steige, teilweise über breite Stege durch das Moor. Aus Tafeln wird die Entstehung des Moor, der Torfabbau in früheren Zeit und die Vegetation im Torf erklärt. Vieles davon lässt sich dann gleich in Natura nebenan bewundern.

Ein Spaziergang unter Libellen und Schmetterlingen

Zwischendrin gibt es immer wieder nete kleine Abwechslungen, in Form von einem Turm, Aussichtspunkten oder netten Picknickplätzen. Als Familien waren wir natürlich sehr langsam unterwegs, zumal das Laufrad mit mußte. Also sind wir ungefähr zwei Stunden über Stock und Stein, Stegen und Brücken, vorbei an Moorblümchen, Libellen und Schmetterlingen unterwegs gewesen.
Aber dafür hatten wir genügend Zeit die vielen kleinen Blümchen am Wegesrand zu bewundern, das Farbenspiel der Heide zu genießen und jede Menge Schmetterlinge zu sehen. Denn das ist dort wirklich schön. Die Natur.

Fazit: ein schönes Ziel, in dem die Natur im Vordergrund stand und nicht irgendein Fabelwesen. Das Piller Hochmoor ist ein lohnenswerter Halbtagesausflug, der auch für Kleinkinder sehr gut geeignet ist. Am Naturparkhaus befindet sich zudem ein Spielplatz, den wir aber nicht genutzt haben, da zu diesem Zeitpunkt die Energie schon weg war.

Weitere Informationen zum Naturpark Kaunergrat und zum Piller Hochmoor gibt es hier












Wie nachhaltig kann und will ich leben - bin ich bereit für den Verzicht?

Hose von Triple 2 im Test
Neulich habe ich ein interessantes Gespräch über Nachhaltigkeit im Outdoorbereich, bei Bekleidung im allgemeinen und natürlich auch beim Essen geführt. Die Frage war, wo fange ich an und wo führt es mich hin, wenn ich konsequent nachhaltig leben will. Eine schwierige, aber auch eine sehr interessante Frage, wie ich finde, auch wenn sie nicht unbedingt ausschließlich den Outdoorbereich betrifft. Deswegen würde ich gerne hier ein paar Gedanken dazu teilen.

Klein und fein - Outdoormode made in Europe


Ich habe ja in der Vergangenheit gerne mal über Nachhaltigkeit im Outdoorbereich berichtet. Vor allem wenn ich nette kleine Labels gefunden habe, die eben zeigen, dass Outdoormode sehr wohl made in Europe sein kann und deswegen nicht gleich unbezahlbar wird. Unternehmen, die Outdoorbekleidung anbieten, die sich von der großen Masse in Design und verwendeten Materialen abheben. Wie zum Beispiel "Triple 2" oder die "Hosenmanufaktur Jung".

Lokale Rohstoffe in der Outdoorproduktion

Jacke von Ortovox im Test
Aber auch große Unternehmen, wie zum Beispiel Ortovox zeigen, dass eine nachhaltige Produktion in Europa umsetzbar ist. Dass die Unterstützung lokaler Bauern, in diesem Fall die Schafbauern in der Schweiz, zu tollen Produkten führen kann, die mit Funktionalität und Design überzeugen. Es muss im Winter eben nicht immer die Daunenjacke sein, auch andere Materialen wärmen ganz exzellent und sind in ihrer Herstellung wesentlich Ressourcen schonender, wie eben Schurwolle oder Hanf.

Nachhaltigkeit im Alltag - umsetzbar oder Utopie?


Doch nun soll der Gedanke der Nachhaltigkeit ja nicht in der Freizeit enden. Die Idee beim Konsum auf umweltschonende Produktion zu achten, auf fair gehandelte Produkte zurück zugreifen und dabei auch die lokalen Erzeugnisse zu bevorzugen, ist ja nun nicht so neu. Doch im alltäglichen Leben nicht immer leichtumsetzbar und oft nicht gerade günstig. Und so fragten wir uns, was ist realistisch, was einfach nicht umsetzbar?
Klar bei Lebensmittel ist es inzwischen recht einfach, einen gewissen Standard in dieser Hinsicht zu erfüllen. Regionale und saisonale Produkte sind klar im Vorteil, auch mit Bioprodukten dürfte der Umweltaspekt ganz gut erfüllt sein. Doch bei Produkten, wie Kaffee fängt es an. Verzichte ich dann wirklich auf meine netten bunten Kaffeekapseln oder Pads? Kaufe ich wirklich keine Ananas, Bananen oder Melonen mehr, weil sie ja um die halbe Welt geflogen sind?


Wer fährt gerne mit dem Zug in die Berge?

Fahre ich wirklich mit dem Zug in die Berge?
Und so geht es dann natürlich weiter. Lasse ich mein Auto bei Regen wirklich stehen? Fahre ich mit dem Zug oder dem Bus in die Berge, auch wenn die Anfahrt länger dauert und unbequemer ist?
Fragen, die ich zum Teil nicht wirklich ernsthaft mit Ja beantworten kann. Denn ich gebe zu, ich fahre nicht gerne Zug. Mir sind überfüllte Abteile ein Kraus und nehmen mir schon jegliche Vorfreude auf einen schönen
Tag in den Bergen. Aber wer sagt auch, dass nachhaltiges Leben immer komfortabel ist?

Eben, keiner, denn manchmal bedeutet nachhaltiges, umweltschonendes Leben Verzicht. Dem einen erscheint es vielleicht nicht als Verzicht, dem anderen dafür umso mehr. Denn richtig, ernsthaft und in jeder Lebenssituation lässt es sich, meiner Meinung nach, nicht wirklich umsetzen. Was aber nicht bedeutet, dass kleine Schritte auch viel bedeuten können. Und vielleicht wird ja irgendwann mal aus vielen kleinen Schritten ein großer?