Piller Hochmoor im Naturpark Kaunergrat - Artenvielfalt und Familienspaß

Irgendwie scheint es fast so, als würden sich meine Freizeitaktivitäten immer mehr in eine Richtung verschieben: Kindergeeignet. Suche ich nach einer Unternehmung für das Wochenende, nach Zielen und Ausflügen, so ist die erste Frage immer: würde es einem Kind Spaß machen? Aber so ist es wahrscheinlich normal, dass ich auf einem 3000er noch nie ein Kleinkind gesehen habe, dafür ganze Großfamilien auf Abenteuerpfaden und im Märchenwald.



Piller Hochmoor - als Familienausflug

Da mir diese Art der Freizeitbeschäftigung - also Feen, Zwergen und anderen  Fabelwesen durch den Wald folgen - nicht sonderlich viel Spaß macht, suche ich immer den Kompromiss, zwischen einsamer Natur und Kinderspaß. Dabei bin ich nun auf das Piller Hochmoor gekommen. Denn auf der einen Seite ist es wirklich ein sehr nettes Stückchen Erde, mit einer wunderbaren Vielfalt an Pflanzen und Biotopen. Auf der anderen Seite gibt es auch einige nette Dinge für Kinder, wie den Hochmmorturm und viele kleine Wege und Stege. Also nichts wie hin.

Naturpark Kaunergrat - schöne Aussicht inklusive

Das Piller Hochmoor befindet sich im Naturpark Kaunergrat und damit zwischen den Venetkamm und dem Kaunertal. Auch wenn der Weg durch das Hochmoor fast keine Steigungen hat, ist die Aussicht von hier sehr schön. Denn der Ausgangspunkt das Naturhaus Kaunergrat liegt bereits auf dem höchsten Punkt des Kaunergrats und damit ist schon am Parkplatz ein schönes Panorama zu bewundern.

Auf kleinen Wegen durch das Hochmoor

Der Weg durch das Hochmoor ist für Kleinkinder sehr gut geeignet, denn wie gesagt, es ist die ganze Zeit fast nur eben. Es geht teilweise über kleine Steige, teilweise über breite Stege durch das Moor. Aus Tafeln wird die Entstehung des Moor, der Torfabbau in früheren Zeit und die Vegetation im Torf erklärt. Vieles davon lässt sich dann gleich in Natura nebenan bewundern.

Ein Spaziergang unter Libellen und Schmetterlingen

Zwischendrin gibt es immer wieder nete kleine Abwechslungen, in Form von einem Turm, Aussichtspunkten oder netten Picknickplätzen. Als Familien waren wir natürlich sehr langsam unterwegs, zumal das Laufrad mit mußte. Also sind wir ungefähr zwei Stunden über Stock und Stein, Stegen und Brücken, vorbei an Moorblümchen, Libellen und Schmetterlingen unterwegs gewesen.
Aber dafür hatten wir genügend Zeit die vielen kleinen Blümchen am Wegesrand zu bewundern, das Farbenspiel der Heide zu genießen und jede Menge Schmetterlinge zu sehen. Denn das ist dort wirklich schön. Die Natur.

Fazit: ein schönes Ziel, in dem die Natur im Vordergrund stand und nicht irgendein Fabelwesen. Das Piller Hochmoor ist ein lohnenswerter Halbtagesausflug, der auch für Kleinkinder sehr gut geeignet ist. Am Naturparkhaus befindet sich zudem ein Spielplatz, den wir aber nicht genutzt haben, da zu diesem Zeitpunkt die Energie schon weg war.

Weitere Informationen zum Naturpark Kaunergrat und zum Piller Hochmoor gibt es hier












Wie nachhaltig kann und will ich leben - bin ich bereit für den Verzicht?

Hose von Triple 2 im Test
Neulich habe ich ein interessantes Gespräch über Nachhaltigkeit im Outdoorbereich, bei Bekleidung im allgemeinen und natürlich auch beim Essen geführt. Die Frage war, wo fange ich an und wo führt es mich hin, wenn ich konsequent nachhaltig leben will. Eine schwierige, aber auch eine sehr interessante Frage, wie ich finde, auch wenn sie nicht unbedingt ausschließlich den Outdoorbereich betrifft. Deswegen würde ich gerne hier ein paar Gedanken dazu teilen.

Klein und fein - Outdoormode made in Europe


Ich habe ja in der Vergangenheit gerne mal über Nachhaltigkeit im Outdoorbereich berichtet. Vor allem wenn ich nette kleine Labels gefunden habe, die eben zeigen, dass Outdoormode sehr wohl made in Europe sein kann und deswegen nicht gleich unbezahlbar wird. Unternehmen, die Outdoorbekleidung anbieten, die sich von der großen Masse in Design und verwendeten Materialen abheben. Wie zum Beispiel "Triple 2" oder die "Hosenmanufaktur Jung".

Lokale Rohstoffe in der Outdoorproduktion

Jacke von Ortovox im Test
Aber auch große Unternehmen, wie zum Beispiel Ortovox zeigen, dass eine nachhaltige Produktion in Europa umsetzbar ist. Dass die Unterstützung lokaler Bauern, in diesem Fall die Schafbauern in der Schweiz, zu tollen Produkten führen kann, die mit Funktionalität und Design überzeugen. Es muss im Winter eben nicht immer die Daunenjacke sein, auch andere Materialen wärmen ganz exzellent und sind in ihrer Herstellung wesentlich Ressourcen schonender, wie eben Schurwolle oder Hanf.

Nachhaltigkeit im Alltag - umsetzbar oder Utopie?


Doch nun soll der Gedanke der Nachhaltigkeit ja nicht in der Freizeit enden. Die Idee beim Konsum auf umweltschonende Produktion zu achten, auf fair gehandelte Produkte zurück zugreifen und dabei auch die lokalen Erzeugnisse zu bevorzugen, ist ja nun nicht so neu. Doch im alltäglichen Leben nicht immer leichtumsetzbar und oft nicht gerade günstig. Und so fragten wir uns, was ist realistisch, was einfach nicht umsetzbar?
Klar bei Lebensmittel ist es inzwischen recht einfach, einen gewissen Standard in dieser Hinsicht zu erfüllen. Regionale und saisonale Produkte sind klar im Vorteil, auch mit Bioprodukten dürfte der Umweltaspekt ganz gut erfüllt sein. Doch bei Produkten, wie Kaffee fängt es an. Verzichte ich dann wirklich auf meine netten bunten Kaffeekapseln oder Pads? Kaufe ich wirklich keine Ananas, Bananen oder Melonen mehr, weil sie ja um die halbe Welt geflogen sind?


Wer fährt gerne mit dem Zug in die Berge?

Fahre ich wirklich mit dem Zug in die Berge?
Und so geht es dann natürlich weiter. Lasse ich mein Auto bei Regen wirklich stehen? Fahre ich mit dem Zug oder dem Bus in die Berge, auch wenn die Anfahrt länger dauert und unbequemer ist?
Fragen, die ich zum Teil nicht wirklich ernsthaft mit Ja beantworten kann. Denn ich gebe zu, ich fahre nicht gerne Zug. Mir sind überfüllte Abteile ein Kraus und nehmen mir schon jegliche Vorfreude auf einen schönen
Tag in den Bergen. Aber wer sagt auch, dass nachhaltiges Leben immer komfortabel ist?

Eben, keiner, denn manchmal bedeutet nachhaltiges, umweltschonendes Leben Verzicht. Dem einen erscheint es vielleicht nicht als Verzicht, dem anderen dafür umso mehr. Denn richtig, ernsthaft und in jeder Lebenssituation lässt es sich, meiner Meinung nach, nicht wirklich umsetzen. Was aber nicht bedeutet, dass kleine Schritte auch viel bedeuten können. Und vielleicht wird ja irgendwann mal aus vielen kleinen Schritten ein großer?





Barfusswandern - die Langsamkeit beim Wandern entdecken

Der Barfußwanderweg in der Übersicht
Seitdem bei der Auswahl meiner Touren nicht mehr Kriterien, wie ein toller Gipfel, ein interessanter Weg oder eine tolle Landschaft eine Roll spielen, sondern schlicht und ergreifend die Frage geklärt wird, ob das auch Kindern Spaß machen könnte, entdecke ich doch immer wieder neue Dinge, wie zum Beispiel barfusswandern.

Mit dem Sessellift auf den Kranzberg

Ein Wanderweg mit viel Matsch, Dreck und Wasser, na das muss doch was für Kinder sein, also sind wir letztes Wochenende nach Mittenwald gefahren um dort erstmal ganz gemütlich mit einem Einersessellift auf den Kranzberg zu fahren. Dies stimmte in gewisser Weise schon auf den Tag ein, denn der Lift zuckelte gemütlich bergwärts, während unten am Weg Katzen, Schafe, Hunde und andere Wanderer zu bestaunen waren. Und langsam sollte es den ganzen Tag vorwärts gehen. Ohne Schuhe geht es sich eben doch nicht so schnell.

Und rein in den Matsch - die Wanderung ist nach fünf Minuten ein Erfolg



Von der Bergstation war der Beginn des Barfußwanderweges schnell erreicht. Ein Schuhregal stand bereit ebenso wie eine Fußdusche für hinterher und die Auskunft, dass es 21 Stationen gibt, die über den Weg verteilt sind. Nun los geht es und als erstes über eine Wiese und Steinplatten. Das Gefühl ist viel angenehmer als ich dachte, meine Schuhe habe ich bereits vergessen. Auch mein Sohn findet es toll, ohne Schuhe und läuft so gerne, wie sonst nie. Mit Gejohle springt er in die Schlammgrube. Na zum Glück habe ich Ersatzklamotten dabei.


Zeit für Beobachtungen - barfußwandern ist langsam

Und so geht es über Stock und Stein, über Baumstämme, Moos und Wiesen, durch Wasser, Tannenzapfen und noch mehr Matsch immer weiter. Und was fällt mir auf. Wir wandern langsamer als sonst. Wir schauen uns den Boden mehr an, wir bleiben eher mal stehen, um die Aussicht auf das Karwendel, den Herzogstand oder den Wildensee zu bestaunen. Wir haben Zeit und klettern dabei über Felsen, wackeln über Schotterwege und lachen mit anderen Barfußwanderern, die uns entgegen kommen. Es ist einfach ein schönes Gefühl so ganz ohne Schuhe und die fragenden Blicke der Schuhwanderer fallen irgendwann gar nicht mehr auf.

Picknick mit Aussicht und Eisautomat am Ende - was will man mehr?

Nach einem Picknick mit Karwendelblick geht es auf ins letzte Stück und nochmal spüren wir den Unterschied zwischen Moosboden und Waldboden, zwischen nass und kalt und trocken und heiß. Am Ende wartet die Fußdusche und ein Eisautomat, der natürlich gleich von meinem Sohn gestürmt wird. Aber wer so tapfer den ganzen Weg alleine gegangen ist, der hat sich eine Belohnung verdient. Ach und wozu hatten wir gleich noch die Trage dabei? Genau, damit er beim Runterfahren im Sessellift schon mal schlafen kann. Barfußwandern macht eben müde. Und mit Schuhen gehen, war auf einmal sehr merkwürdig.

Fazit: es wird sicherlich nicht unser letzter Barfußwanderweg gewesen sein. Dafür hat es einfach zu viel Spaß gemacht.
Der Panorama Barfußwanderweg in Mittenwald ist über den Sessellift am Kranzberg zu erreichen und ungefähr 1,6 Kilometer lang. Wir waren mit langer Pause und wirklich niedrigem Gehtempo gute drei Stunden unterwegs.