Der Gipfel zu zweit ist mehr als ein Titel alleine - Nives Meroi "Ich werde Dich nicht warten lassen"

Basislager am Kangchendzönga, Quelle (4): Archiv Nives Meroi
Wie weit geht Liebe, Partnerschaft oder wann müssen wir uns zwischen Egoismus und Gemeinsamkeit entscheiden? Würden wir auf den möglicherweise größten Erfolg unseres Leben zugunsten des Menschen verzichten, den wir lieben?
Das Buch von Nives Meroi "Ich werde Dich nicht warten lassen" handelt zwar von Achttausendern und Expeditionen, von Eis und Kälte, aber der Kern des Buches liegt genau hier. In der Frage nach dem, was wirklich zählt im Leben.

In "Ich werde Dich nicht warten lassen" erzählt Meroi, die zu den großen Bergsteigerinen der heutigen Zeit zählt und gemeinsam mit ihrem Mann Romano die Achttausender der Welt besteigt, die Geschichte ihrer Besteigung des Kangchendzönga. Dies sollte ihr zwölfter Achttausender werden. Im Rennen um den Titel der ersten Frau auf allen Achttausendern war sie 2009 neben Gerlinde Kaltenbrunner und Edurne Passaban eine der Favoritinen. Auch wenn sie schreibt, dass ihr der Titel nicht so viel bedeuten würde, räumt sie auch ein, dass er zahlreiche Sponsorenverträge und mediale Aufmerksamkeit bringen würde. Was wiederum ihre zukünftigen Expeditionen finanzieren würde und somit ihr gleichzeitig wieder mehr Freiheit geben würde.

Und so machten sich beide auf, den Kangchendzönga und die Annapurna zu besteigen. Ohne künstlichen Sauerstoff, ohne Höhenträger wollen sie, wie auch bei den vorausgegangenen Besteigungen, auch hier wieder möglichst wenig Spuren hinterlassen und möglichst minimalistisch am Gipfel ankommen. Doch schon in der Vorbereitung der Gipfelbesteigung merkt Meroi, dass es ihrem Mann nicht gut geht. Dass es ihm zunehmend schwer fällt, bis er schließlich wenige hundert Höhenmeter unterhalb des Gipfels aufgeben muss.

Alleine auf den Gipfel - unvorstellbar

Nives Meroi mit Ihrem Mann Romano Benet
Sein Angebot auf Nimes Meroi zu warten, während diese den Gipfel besteigt nimmt sie nicht an. Wohl wissend, dass sie damit keine Chance mehr auf den Achttausender-Titel hat, entschließt sie sich mit ihrem Mann wieder abzusteigen. Denn die Vorstellung alleine auf den Gipfel des Kanchenzönga zu stehen, dem ersten Achttausender ohne Romano und die Angst um seinen Gesundheitszustand lässt sie keine Sekunde zögern. Ein abenteuerlicher Abstieg beginnt, in dem Romano mit letzter Kraft im Basislager ankommt. Hier endet der erste Teil der Geschichte.

In der nun folgenden Krankengeschichte ihres Mannes, die für beide eine schwere Zeit ist, hadert Meroi zu keinem Zeitpunkt mit ihrer Entscheidung. Auch als sich das Rennen der Frauen zugunsten von Edurne Passaban entscheidet, bereut sie es nicht auf den Kangchendzönga verzichtet zu haben. Die Welt der Expeditionen zu den Achttausendern der Welt scheint in dieser Zeit für sie weit weg zu sein.

Der Persönliche Triumph nach fünf Jahren

Nach fünf Jahrem am Ziel: Auf dem Gipfel des Kangchendzönga 2014
Fünf Jahre sollten vergehen, bis die Beiden bei ihrem dritten Versuch den Gipfel des Kangchendzönga erreichen werden. 2014 stehen sie alleine, ohne Wettbewerbsdruck auf dem Gipfel. Mit großer Dankbarkeit nehmen Beide das Geschenk an, dass ihnen der Kangchendzönga in diesem Moment macht und dieser Sieg scheint Meroi um ein vielfaches mehr zu bedeuten, als es ein Titel um die erste Frau auf allen Achttausender je hätte sein können.

Fazit: Ich lesen sehr gerne Bücher von Expeditionen dieser Art. Da ich wohl nie den Mut, die Kondition und das Duchhaltevermögen aufbringen werde, Gipfel in dieser Kategorie zu besteigen, lese ich umso lieber davon, wie es andere schaffen. Doch meist sind es Einzelgänger, die ihr ganzes Leben diesem Traum des Bergsteigens unterordnen. Umso faszinierter bin ich von diesem Paar, dass jeden Gipfel zusammen besteigt und das dabei gemeinsam Erlebte ganz klar im Vordergrund steht. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich für Nives Meroi zu keinem Moment in Frage gekommen, alleine weiter zu gehen. Eine Entscheidung die von großer Liebe und innerer Größe spricht und aus diesem Buch nicht nur eine Geschichte der Besteigung der Achttausender macht, sondern auch eine Geschichte über Partnerschaft, Verzicht und gemeinsame Ziele. Ein sehr lesenswertes Buch.

"Ich werde Dich nicht warten lassen" - Nives Meroi
Tyrolia Verlag Innsbruck
ISBN 978-3-7022- € 19,95
Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-7022-3526-0, € 16,99
http://www.tyroliaverlag.at/list/9783702235055

Start in die Wandersaison 2016 - meine Wünsche

Es wird Frühling! Und sofort fange ich an mir zu überlegen, was ich mit den vielen, schönen, hoffentlich sonnigen Sommerwochenenden anstellen mag. Wo will ich hin? Welchen Gipfel würde ich gerne dieses Jahr besteigen? Was will ich erleben.

Sommer - Sonne - unterwegs

Denn eines steht fest, die Wandersaison wird wie immer viel zu schnell vorbei sein. Viel zu schnell wird wieder der Schnee kommen... nein, jetzt ist erstmal Frühling, Sommer und Herbst angesagt und damit jede Menge Möglichkeiten für draußen unterwegs.


Meine draußen unterwegs Wünsche 2016

Also, was sind Ziele, Gipfel, Unternehmungen, die sich diesen Sommer lohnen. Bei mir wird es wie immer in den letzten Jahren zwei Arten von Unternehmungen geben: die einen, die mit Kind möglich sind und die anderen, die es eben nicht sind (und die unter Umständen dadurch auch schwerer umzusetzen sein werden). Aber mal sehen.

Mit Familie, Kind und Hund möchte ich hier hin:

Wenn nun also die gesamte Familie zur Wanderung aufbricht, sind die Ziele meist bescheidener, kürzer und vielleicht auch nicht so spektakulär. Dafür entdecken wir viel am Wegesrand, genießen die Langsamkeit (ok, wir versuchen sie zu genießen) und sind dafür aber mächtig stolz, wenn wir am Ziel angekommen sind.

  • Barfußwanderweg in Mittenwald: Hier waren wir schon mal unterwegs und es ist ein wirklich schöner Rundwanderweg, mit Spielplatz und Eisautomat am Ende. 
  • Donaudurchbruch bei Kehlheim: Mit Schiffahrt und schöner Aussicht, bestimmt auch mit Kindern ein toller Ausflug.
  • Eine kleine Bergtour evtl mit Seilbahn und kurzem Zustieg zum Gipfel - falls jemand Ideen hat? 
  • Schaukelweg im Bayrischen Wald: Auch hier waren wir schon mal und es ist eine abwechlungsreiche Wanderung für Kinder. 

Ziele ohne Kind:

Da es aber auch immer Träume und Ziele gibt, die eben nicht mit Kind zu realisieren sind, habe ich auch ein paar draußen unterwegs Wünsche, die nicht so ganz Kindkompatibel sind.
  • erstes Ziel: überhaupt wirklich einfach mal wieder eine richtige Bergtour zu unternehmen.
  • zweites Ziel: klettern, gerne würde ich mal wieder klettern gehen und zwar am Fels und nicht in der Halle.
  • dann würde ich gerne noch den ein oder anderen Traumpfad erkunden
  • eine mehrtägige Wanderung, z.B. Goldsteig
  • Neue Gebiete kennen lernen: Berge, Gipfel, Wege an denen ich bis jetzt noch nicht unterwegs war. 
Nun gut, alles keine großen Wünsche. Müssen es auch nicht sein. Der Fokus im Leben liegt derzeit eben wo anders und somit auch Zeit und Möglichkeiten für größere Unternehmungen fehlen. Dennoch möchte ich aber einfach draußen unterwegs sein, glücklich sein und schöne Moment erleben. Dies wäre dann wohl mein Motto für die nächste Bergsaison.
 Wer macht mit?

Touren für das Osterwochenende

Das nächste Wochenende wird lang, denn die Osterfeiertage kommen und damit vier perfekte Gelegenheiten für die nächste Bergtour. Wäre da nur nicht das kleine Problem, das Ostern dieses Jahr bereits Ende März ist und damit eigentlich noch vor dem Start der Bergsaison.

Doch wer lässt sich davon abhalten, dennoch die ersten Frühlingsstrahlen draußen in der Natur zu verbringen. Zugegeben, der ein oder andere wird die Feiertage dazu nutzen, noch ein letztes Mal Ski zufahren oder eine letzte Schneeschuhwanderung zu unternehmen. Doch wer im Prinzip genug vom Winter hat und nun lieber in die Frühlingssaison starten will, für den habe ich ein paar Tipps, die sich am Wochenende lohnen.

Nicht zu hoch dürfen die Ziele liegen, denn sonst stellt sich schnell wieder das Problem mit dem Schnee. Aber auch weiter unten oder in den Mittelgebirgen gibt es schon lohnende Routen.

Seiser Alm in Südtirol

Südtirol ist für mich das perfekte Ziel im zeitigen Frühjahr. Meist ist es dort schon wesentlich wärmer als auf der nördlichen Seite der Alpen. Die Natur ist weiter und das erste Grün an Bäumen und Sträuchern oft schon zu sehen. Je nach Schneelage ist die Seiser Alm nun bereits vom Frühjahr angehaucht und auf der Hochebende lässt sich die Sonne inklusive schöner Panoramasicht genießen.
Tourenmöglichkeiten finden sich hier.

Piller Hochmoor in Nordtirol

Für Familien eignet sich das Piller Hochmoor als Ausflug an den Osterfeiertagen. Über kleine Stege, Brücken und enge Wege geht es hier durch das Moor. Ein Aussichtspunkt und viele nette Picknickplätze runden den Weg ab und lassen so schnell keine Langweile aufkommen. Vor allem mit kleinen Kindern ist es hier perfekt, denn der Weg ist abwechslungsreich und nicht zu lang. Für die Eltern gibt es ein schönes Panorama oben drauf. Familienherz, was willst Du mehr. Mehr zum Piller Hochmoor findet sich hier.

Panoramaweg in Fraunberg

Nördlich der Alpen liegt der Panoramaweg in Fraunberg für Alle, die am Wochenende nicht der Autoschlange in die Berge folgen wollen. Ganz verzichten muss man hier nicht auf die Berge, denn bei schönem Wetter sind sie am Horizont zu sehen. 10 Kilometer geht es hier über die Hügel bei Fraunberg mit stets schöner Fernsicht. Der Weg ist nicht anstrengend, sondern gleicht eher einem etwas ausgedehnterem Spaziergang und so bleibt genügend Zeit für das Ostereier suchen. Die Wegbeschreibung zum Panoramaweg findet sich hier.

Traumpfade in der Eifel


Noch weiter nördlich finden sich die Traumpfade, die zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert sind. Die letzten beiden, die ich gegangen bin, sind der Weg rund um die Virneburg und der Weg zur Bergheide. Beide waren eher kürzere Wege, die aber durchaus sehr schön waren. Abwechslungsreich, sehr gut beschildert und mit vielen schönen Picknickplätzen führten beide Wege durch die Eifel. Die Wegbeschreibung zur Virneburg gibt es hier. Die Wegbeschreibung zum Bergheidenweg hier.

Geo Pfad Grassau - kleine Wanderung mit Rätselspaß

Der März ist Outdoor technisch mal wieder ein etwas undankbarer Monat, vor allem in diesem Jahr. Da kam den ganzen Winter kein Schnee und die Temperaturen waren auch eher frühlingshaft. Doch kaum habe ich Anfang März akzeptiert, dass es dieses Jahr nichts war mit dem Winter und mich auf den Frühling gefreut habe, da kam er dann doch. Schlagartig wurde es kälter und der Schnee kam zurück. Nun gut, jetzt brauchte ich das zwar auch nicht mehr, aber drinnen sitzen wollte ich deswegen auch nicht. Also was tun?

Auf Schneeschuhwanderungen oder andere Winteraktivitäten hatte ich nicht so viel Lust, also blieb nur das Abenteuer im Tal. So fuhren wir ins Chiemgau, das ja immerhin so etwas wie ein Voralpen Gefühl bei mir hervor ruft und haben uns für den Geo Lehrpfad in Grassau entschieden. Denn, so unsere  Hoffnung, Kind ist motiviert mit zu gehen und wir können den Frühling im Tal begrüßen.

Also starteten wir in der Dorfmitte von Grassau und waren gespannt was da kommen mag. Denn sehr viel mehr als die Länge (acht Kilometer) und die Dauer (ca. zwei Stunden) und dass die Tour etwas für Naturliebhaber sei, waren nicht zu erfahren. Über acht Stationen führt der Weg und an jeder Station muss ein Rätsel gelöst werden, um die Position der nächsten Station zu erfahren.

Um hier nicht zu viel zu verraten, die Rätsel sind machbar und können auch einen Vierjährigen begeistern. Es sind viele Zählspiele oder Suchspiele dabei. Was uns nicht so gut gefallen hat, war der erste Teil der Strecke, der leider an einer sehr stark befahrenen Straße entlang führt. Ich für meinen Teil vertrete ja die Ansicht, dass ich meine Freizeit nicht neben einer Schnellstraße verbringen muss, zudem wenn die Natur außen rum wirklich schön ist.

Nun gut, wir haben den Weg dann leicht abgewandelt, so dass wir parallel zur Straße gehen konnten und die Autos wenigstens nur gesehen haben, aber nicht in ihren Abgasen wandern mußten.

Der zweite Teil wird dann auch wirklich besser. Hier geht es durch ein Hochmoor. Auf kleinen Stegen führt der Weg durch das Moor. Viele nette Plätze laden zu einer Pause ein und die Straße ist auf einmal ganz weit weg.

So haben wir uns rätselnd durch das Umland von Grassau bewegt. Haben nette Plätzchen gefunden, schöne Ausblicke auf den Chiemsee gehabt und insgesamt dann doch etwas mehr als zwei Stunden benötigt.

Zum Ende erhält man dann einen Code und dieser ist der Schlüssel zum Schatz. In diesem Fall können sich Kinder in der Touristeninformation ein kleines Geschenk abholen. Da wir leider Samstag Nachmittag dort waren, war die Touristeninformation schon geschlossen.

Fazit: ein eigentlich sehr nett gemachter Weg mit wirklich netten Rätseln. Einzig der Streckenverlauf
im ersten Teil ist nicht ganz gelungen, zumal es hier leicht einen Ausweg geben würde.
Den Link zur App gibt es hier. 

Gipfelblick goes Instagram - meine Bilder online

Wie schon mit den Baumbildern angekündigt, habe ich den letzten Wochen angefangen Landschaften, Bäume oder die Natur zu fotografieren. Ein Teil dieser Bilder habe ich in meinem Instagram Account online gestellt. Vielleicht hat der ein oder andere Lust sich meine Bilder anzuschauen, denn der Gipfelblick ist nun bei Instagram zu finden.
 Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:
Der Gipfelblick bei Instagram






Nachdenkliches - Kinder und das eigene Leben

Es gab eine Zeit, in der ich kinderlos auf Gipfel und Bergen unterwegs war, im Fels kletterte und Stahlseilen in den Himmel folgte. In dieser Zeit habe ich einen Großteil meiner Freizeit in den Bergen verbracht. Dabei habe ich auch oft Familien gesehen, die mit ihren scheinbar gut gelaunten Kindern, ebenso Gipfel bezwungen oder erste Versuche im Klettersteig unternommen haben. Also sah ich mich dann, als es soweit war, in meinen Schwangerschaftsfantasien mit meiner Familie
weiterhin diesem Hobby nachgehen. Natürlich war mir schon klar, dass ein Dreijähriger nicht einen 3000er Gipfel besteigen wird, aber erste kleine Vorgipfel waren es in meinen Vorstellungen durchaus.

Zu Beginn ließ es sich auch sehr gut an. So war mein Sohn im zarten Alter von sechs Wochen auf seinem ersten kleinen Gipfel. Klar er war da ziemlich willenlos und wo Mama ihn hinschleppte war ihm letztlich egal. Der erste Sommer als Familie war so auch recht entspannt und wir waren oft in den Bergen unterwegs.
Doch irgendwann kommt der Punkt, andem ein Kind zu schwer ist, um getragen zu werden, bzw.  auch gar nicht mehr getragen werden will. Auf den eigenen zwei Beinen zu laufen ist interessanter und spanender.

Aber in der festen Überzeugung, Natur ist gut für das Kind, haben wir fortan Gipfel im Schneckentempo bezwungen und dabei allerlei interessantes am Wegesrand entdeckt. Höhlen, Steine, Äste und so weiter. Bald war der Rucksack jedesmal randvoll mit Dingen, die unbedingt mit nach Hause mußten. Dies ging dann auch noch einen Sommer gut, aber dann entwickelte sich der eigene Wille beim Kind. Und damit ist dann nun wirklich nicht zu spaßen.

Ab sofort war jede Bergtour eine Höchststrafe die an Langeweile anscheinend nicht zu überbieten war. Natur war etwas geworden, dass es zu meiden gilt. Bergauf zu laufen Folter und Bergab erst recht. Und plötzlich rückten meine geliebten Berge und meine allerliebste Freizeitbeschäftigung in unerreichbare Ferne. Was nun? Sich einreden, dass Sonntag Nachmittage auf dem örtlichen Spielplatz der Innbegriff der Glückseeligkeit sind? Ganz abgesehen von den Besuchen in überfüllten Indoorspielplätzen?

Klar, mit Kindern ändert sich das Leben und nicht nur zum schlechten, wie es hier scheint. Die bedingungslose Liebe, die einem entegegen gebracht wird, macht mich noch oft sprachlos. Die Hingabe an Kleinigkeiten demütig und Erklärungen eines Vierjährigen verursachten schon zahlreiche Lachanfälle und gute Laune. Aber das eigene Leben rückt in den Hintergrund. Das akzeptiere ich mal besser und mal schlechter. So ist das eben. Und Sehnsucht nach den Bergen haben, darf ja wohl erlaubt sein.

Bäume - ein anderer Blick auf die Natur

In den letzten Wochen habe ich ein kleines neues Hobby gefunden. Ich habe angefangen Bäume zu fotografieren. Tja, hört sich komisch an, ist aber, denke ich, mal ein anderer Blick auf die Natur. Bäume gibt es in allen möglichen Arten, Formen und Größen. Jetzt im Winter sind die meisten recht kahl. Aber häufig wären Blicke in die Natur ohne sie, viel langweiliger und eintöniger. Sie geben dem Blid das gewisse etwas.

Seht selbst:


Nun bin ich am Überlegen, was als nächstes dran kommen könnte. Im Frühjahr könnte ich die Serie mit Blumen fortsetzen. Wolken und Wasser wären auch noch schöne Motive.

Brotjacklriegel im Bayrischen Wald - Wintertraum in Weiß

Endlich, endlich kam der Winter auch im Bayrischen Wald an. Nach warmen Weihnachten und einem Januarbeginn, der auch nicht viel besser aussah, hat es also geschneit. Was heißt, die erste Gelegenheit nutzen, denn wer weiß, wie lange die schöne Pracht halten wird. Zwar war das Wetter unter der Woche viel besser, als am Wochenende, aber was hilft es? Eben und deswegen ging es am Wochenende in Richtung Deggendorf in den Bayrischen Wald.

Kleiner Berg mit großer Aussicht

Ziel war der Brotjacklriegel, ein Berg mit großem Sendemast, der von der Passauer Autobahn aus relativ leicht und schnell zu erreichen ist. Der Berg kann von insgesamt drei Seiten bestiegen werden, was viele Möglichkeiten für eine Rundtour bietet. Klar ist er mit seinen 1011 Metern nicht wirklich ein Riese, aber die Aussicht ist dennoch nicht schlecht. Durch seine Randlage im Bayrischen Wald konnten wir bis zu den Bergen sehen, die als kleine Zacken am Horizont erkennbar waren.

Schnell am Ziel - ideal für kleine Kinder

Wir haben uns für den Aufstieg aus Richtung Langfurth entschieden und sind dem Turmweg gefolgt. Zuerst durch den Wald und später auf einer großen Wiese geht es sehr zügig in Richtung Gipfel, der durch den großen Sendemast sehr gut erkennbar ist. Sobald der Wald sich lichtet, überzeugt der Berg mit seinem Panorama. Nach ca. 45 Minuten ist das Ziel dann auch schon erreicht, gerade mit Kleinkind eine ideale Zeit bevor der Hunger zu groß und die Langweile noch viel größer wird. Schneehöhlen, tief verschneite Bäume und Schneeberge haben bis dahin den Aufstieg versüßt, so dass die Laune oben auch noch recht gut war.

Aussichtsturm und Gaststube - alles was ein Gipfel braucht

Der sogenannte Gipfel liegt leider im Wald, so dass hier die Aussicht doch etwas beschränkt ist. Oben befindet sich neben dem Sendemast noch ein Aussichtsturm aus Holz mit kleiner Gaststube unten, die aber bei unserem Besuch geschlossen war. Oben vom Turm ist die Aussicht bestimmt nochmal richtig schön. Wir werden wieder kommen, wenn der Turm offen ist und dies überprüfen.

Mit dem Rodel wieder runter

Für den Weg zurück haben wir die Forststraße gewählt, da hier planiert war und wir so mit dem Rodel den Abstieg verkürzen konnten. Die "Rodelbahn" ist allerdings nicht sehr steil, aber auch hier, für kleine Kinder super. Im Sommer führt über die Straße der Erlebnisweg "Brotjacklriegel" hinauf, der auf 10 Stationen Kindern die Wanderung verkürzt. Allerdings waren die Stationen so verschneit, dass wir hier gar nichts erkennen konnten. Noch ein Punkt für einen erneuten Besuch im Sommer.

Alles in allem ein netter halbtägiger Familienausflug für Spätaufsteher.

Weitere Informationen und Anfahrtsbeschreibung finden sich hier.

Traumpfad Bergheidenweg - Wacholderheiden und Nettetal

Nach dem Traumpfad rund um die Virneburg war noch etwas Zeit und so ging es am nächsten Tag zum Traumpfad Bergheide. Die Auswahl fiel leicht, denn am Tag zuvor hatte es mir die Heidelandschaft sehr angetan. Und so wollte ich noch mehr dieser urwüchsigen Landschaft sehen und machte mich auf.


Das Wetter war leider noch mal etwas schlechter, als am Tag zuvor und so ging es am Parkplatz bei Schneematsch und Regen los in Richtung Wacholderheide.




Bald schon  geht es von der Wacholderheide hinunter in das Nettetal. 




und entlang des kleinen Bachs durch den Wald. Nach einem kurzen Aufstieg kommt der Weg wieder aus dem Wald raus und geht weiter über eine Hochebene. Hier muss ich sagen, hatte der Weg seine Längen, denn es geht auf Asphalt doch recht gerade durch die Lande. Dazu kam Regen und Wind und so schauten wir, dass wir schnell hier wegkamen.


Nachdem die Straße gekreuzt wird, wird es wieder abwechslungsreicher und bald kam wieder die Heidelandschaft. Gleich waren Wind und Kälte vergessen, denn auch im Winter gab es ein schönes Farbenspiel.




Nun noch einmal über die Straße und ein kurzer Weg zum Parkplatz und die drei Stunden waren schneller rum, als gedacht.
Insgesamt eine abwechslungsreiche Tour, die bei entsprechendem Wetter bestimmt noch schöner gewesen wäre. So haben wir zwar keinen anderen Wanderer getroffen, aber wer geht auch schon bei so einem Wetter los?

Details: 
Länge: 10,3 Kilometer
Höhenmeter: 289
Dauer: ca. drei Stunden

mehr Informationen finden sich auch auf der Seite der Traumpfade: http://www.traumpfade.info/traumpfade-rhein-mosel-eifel/eifel/bergheidenweg/

Fazit: ein schöner Weg durch abwechslungsreiche Landschaft mit schönen Ausblicken in die Eifel. Auch hier ist der Traumpfad wieder liebevoll angelegt, mit vielen Rastplätzen und guter Beschilderung. Ich komme wieder, wenn die Sonne scheint.

Traumpfad Virneburg - Burgschleife durch die Heide

Das neue Jahr habe ich mit zwei Traumpfaden begonnen, ein, wie ich finde, recht guter Start in das neue Jahr. Diesmal hat es mich nicht an die Mosel gezogen, sondern in Richtung Eifel. Der Traumpfad rund um die Virneburg und der Bergheidenweg sind es schlußendlich geworden. Zwei Pfade, die recht nah beeinander liegen und landschaftlich auch einige Ähnlichkeiten haben. Denn in beiden Fällen geht es durch Wacholderheiden, eine Landschaft, die auch zu dieser Zeit Ihren Reiz hat, zudem mal wieder etwas ganz anderes ist.

Traumpfad Virneburg - Heide und Burgblick

Aber der Reihe nach. Der Wanderweg rund um die Virneburg war am ersten Tag an der Reihe. Bei leider nicht ganz perfektem Wetter ging es am Parkplatz unterhalb der Virneburg los. Die kleine Burgruine ist den kurzen Abstecher den Hügel rauf wert, kann aber natürlich auch umgangen werden. Dennoch wenn sie dem Weg schon ihren Namen gibt, muss sie auch kurz besichtigt werden. Im Anschluß führt der Weg hinter dem Dorf in den Wald hinein und schon bald wird es steiler. Spätestens hier war mir warm. Sobald der Weg den Wald verlässt, führt er durch die erste Heidelandschaft dieses Weges. Wacholderheiden, Heidekraut und Kiefern wirken zu dieser Jahreszeit, wie ich finde, sehr urtürmlich und wild. Der leichte Regen und der Wind werden auch ihren Teil dazu beigetragen haben, aber die Landschaft hatte durchaus ihre Reize. Ein erster Blick von oben auf die Virneburg war natürlich auch sehr schön.



Picknick mit Aussicht

Nach dem Überqueren der Landstraße geht es in den zweiten Teil der Heidelandschaft und die Virneburg schiebt sich nun langsam immer näher ran. Bald geht es auf kleienen Pfaden im Wald hinunter ins Tal. Immer wieder kommen Bänke und Aussichtspunkte, die den Blick auf das Tal und die Burg frei geben. Nun leider war das Wetter so gar nicht Picknick tauglich.
Unten im Tal angekommen führt der Weg noch kurz wieder in den Wald hinauf, bevor er auf der anderen Seite wieder ins Dorf kommt und am Parkplatz endet, so dass die Burg nun fast einmal umrundet wurde.
Alles in allem war ich gute drei Stunden unterwegs. Wer bei gutem Wetter die vielen netten Rastplätze nutzt, ist bestimmt länger unterwegs.


Details:
Länge: 9,9 km
Dauer: ca. drei Stunden
Höhenmeter: 313m

Mehr Informationen: Traumpfad Virneburg

Fazit:
Ich bin inzwischen schon ein paar Traumpfade gewandert, aber dieser hier war einer der schönsten. Wenn er auch mit 9,9 Kilometer eher zu den kürzeren zählt (wobei ich bei dem Wetter darüber nicht unglücklich war), hat er viele landschaftliche Reize, Abwechslung und ist liebevoll angelegt. Die vielen kleinen Plätze zum rasten, die Aussichtspunkte, die Burg; es macht einfach Spaß hier zu wandern.